Tuttlinger SPD-Kreisvorsitzender bewirbt sich um Moser-Nachfolge - Zweitkandidatin von der Baar
Tuttlinger SPD-Kreisvorsitzender bewirbt sich um Moser-Nachfolge - Zweitkandidatin von der Baar
Baar/Tuttlingen (hon) Nachdem der langjährige SPD-Abgeordnete Herbert Moser seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für die Landtagswahl 2006 erklärt hat (der SÜDKURIER berichtete), haben sich die Genossen aus dem Wahlkreis Tuttlingen/Donaueschingen jetzt auf Fritz Buschle aus Mühlheim als Bewerber geeinigt. Ihm als Stellvertreterin zur Seite stehen wird aller Voraussicht nach die Blumbergerin Ursula Pfeiffer. Sie hat ihre Bereitschaft zur erneuten Zweitkandidatur signalisiert. Nominierungskonferenz ist am 4. Mai. Ort und Zeit stehen noch nicht fest.
Traditionell haben bei allen Parteien die Tuttlinger Ortsvereine das Vorschlagsrecht für ihren jeweiligen Landtagskandidaten - weil es im Landkreis Tuttlingen einfach viel mehr Ortsvereine von Parteien gibt als in Donaueschingen, Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg. So kommen bei der Nominierungskonferenz der SPD am 4. Mai von den 48 Delegierten nur 15 aus dem Städteviereck.
SPD Kreisvorsitzende Beate Schmidt-Kempe freut sich darüber, dass der 52-jährige Fritz Buschle gegen den Tuttlinger CDU-Landrat Guido Wolf ins Rennen geht. Man harmoniere mit dem zweifachen Familienvater und er genieße das volle Vertrauen der Baaremer Genossen. Fritz Buschle ist Außendienstmann bei Siemens. Seit 25 Jahren vertritt er sozialdemokratische Forderungen im Mühlheimer Gemeinderat und seit rund fünf Jahren im Tuttlinger Kreistag. Sein Vereinsengagement lässt auf einen bodenständigen Politiker-Typ schließen: Buschle stand 25 Jahre der Musikkapelle Stetten vor. Von diesem Posten trat er 2002 zurück. Mittlerweile ist er Ehrenmitglied des Vereins. Daneben ist Buschle seit mehreren Jahren stellvertretender Vorsitzender des Blasmusikkreises. In dieser Funktion setzt er sich vor allem für die Förderung der Jugend ein.
Wohl erneut in die Pflicht als Zweitkandidatin nehmen lässt sich die gelernte Drogistin Ursula Pfeiffer. Die Blumbergerin gehört dem Gemeinderat ihrer Heimatstadt seit über zehn Jahren an. Bei den vergangenen Kommunalwahlen wurde die Frau mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn mit einem respektablen Ergebnis auch in den Kreistag gewählt. "Die Grundlagen sind da. Ich glaube zu wissen, was die Menschen bewegt und was sie von den Politikern wollen", sagt Ursula Pfeiffer.
Bei den vergangenen Landtagswahlen kam die CDU auf 53,3 Prozent, das war ein Plus von 4,7 Prozentpunkten im Vergleich zur 96er-Wahl. Die SPD realisierte vor vier Jahren 26,7 Prozent, 1996 holte sie 21,1 Prozent. Da die CDU im Wahlkreis Tuttlingen/Donaueschingen stärkste politische Kraft ist, dürfte Guido Wolf das Direktmandat gewinnen, so wie es Franz Schuhmacher bei den vergangenen beiden Urnengängen geglückt ist. Fritz Buschle muss möglichst viele Stimmen im Vergleich zu den übrigen SPD-Bewerbern aus Südbaden auf sich vereinen, will er mittels eines Überhangmandats MdL werden. Eine Landesliste, so wie bei Bundestagswahlen, gibt es bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg nicht.
Südkurier, 7.4.2005
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