Stadtrat Zorbach verliert erneut kräftig und verpasst den Einzug - Restliche Parteien weitgehend zufrieden
Stadtrat Zorbach verliert erneut kräftig und verpasst den Einzug - Restliche Parteien weitgehend zufrieden
Blumberg (blu) Zufrieden äußerte sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Arbo Gutmann. Die Jüngeren hätten viele Stimmmen erhalten, Thomas Pffeiffer habe erheblich zugelegt. "Diese Richtung müssen wir weitergehen." Gutmann bedauerte allerdings, dass mit Matthias Fischer nur ein Jüngerer nachgerückt sei. Die CDU habe die absolute Mehrheit behalten und gehe aus der Wahl gestärkt hervor, betonte Fraktionssprecher Stefan Scherer. Einige jüngere Kandidaten hätten ein respektables Ergebnis erzielt. Mit seinem eigenen Ergebnis, 1448 Stimmen weniger als 1991, könne er leben. Sie hätten viel mehr gute Kandidaten, eine geringere Wahlbeteiligung und man ecke auch an. Gefragt, ob dies seine letzte Periode sei, sagte Scherer, darüber werde er sich zu gegebener Zeit äußern. "Ich bin überwältigt", meinte Thomas Pfeiffer, der kräftig zulegte und auf Platz zwei kam. Er hätte sich aber noch einen Jüngeren mehr in der Fraktion gewünscht. Freude auch bei Rudolf Fluck, der erneut gut abschnitt, und bei Achim Bausch, der in Riedböhringen ein Mandat errang.
Eitel Freude herrschte bei den Mitgliedern der Freien Liste. "Mit fünf Sitzen hatten wir nicht gerechnet", sagte Stadtrat Klaus-Dieter Müller, einer der drei Initiatoren neben seinen Kollegen Rainer Gradinger und Theo Knöpfle. "Wir fühlen uns mit der Gründung einer eigenen Liste bestätigt." Besonders freute Müller, "dass wir auf Anhieb den Fraktionsstatus geschafft haben." Zu verdanken hätten sie das den Persönlichkeiten in den Stadtteilen. Müller bedauerte, dass Bodo Schreiber in Riedböhringen den Einzug knapp verpasste. Er lieferte sich mit Rolf Bäurer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Bäurer zum Schluss für sich entschied. Schreiber selbst war "ein bisschen enttäuscht", zumal er vor acht Jahren schon den Einzug um wenige Stimmen verpasst habe. Bernhard Prillwitz hatte insgeheim auf ein Mandat gehofft. Zufrieden zeigte sich auch Ex-Stadtkämmerer Jürgen Fischer mit seinen mehr als 800 Stimmen.
Die SPD-Ortsvorsitzende Ursula Pfeiffer sprach von "deutlichen Verlusten". Nun müssten sie einen Neuanfang starten. Und sich vor allem "nach außen besser darstellen". Beeindruckend sei das gute Abschneiden des 18-jährigen Marcel Bouillon. Ein Zeichen, dass die Leute neue Gesichter sehen wollten. Über ihr persönliches Ergebnis sei sie stolz. Bei der Kreistagswahl erhielt sie mit 2089 Stimmen das zweitmeistenhinter Anton Knapp. Beider Kommunalwahl konnte als einzige der Stadträte zulegen und lag mit 12097 Stimmen deutlich vor dem amtierenden Fraktionssprecher Albrecht Guckeisen. Guckeisen selbst sah vor allem auch den Negativeffekt der Regierung in Berlin. Viele ihrer Wähler hätten deshalb nicht abgestimmt. Für Guckeisen wird die letzte Amtsperiode. Er bedauerte, dass Hermann Zorbach den Einzug nicht mehr geschafft habe. Zorbach hatte bei der Wahl 1994 noch 2516 Stimmen erhalten, bei der Wahl 1999 noch 1227 und jetzt nur noch 835.
Fast zufrieden zeigte sich der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Werner Waimer. Er freute sich über die Fraktionsstärke, er bedauerte aber, dass sie nicht die gleiche Stärke wie die Freie Liste erreicht hätten. Stadtrat Hilmar Schmid haben hervorragend zugelegt. Auch viele Erstkandidaten hätten respektable Ergebnisse, Josef Poljak in Achdorf mit 547 Stimmen, Heinz Merk in Epfenhofen mit 295. Waimers Stellvertreter Gustav Wiggert hatte mit zwei Sitzen gerechnet. "Die Strategie der Freien Liste habe sich besser bewährt als unsere". Rundweg zufrieden war Michael Walter.
Südkurier, 15.6.2004
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