Plötzlicher Rücktritt aus Gemeinderat - Persönliche Erklärung
SPD-Stadtrat Hermann Zorbach hat sein Amt als Gemeinderat gestern Abend niedergelegt. Im Technischen Ausschuss verlas Zorbach gestern am Ende der öffentlichen Sitzung eine entsprechende persönliche Erklärung.
Blumberg (blu) Zorbach war bei der Kommunalwahl am Sonntag nicht mehr gewählt worden und landete mit einem deutlichen Stimmenrückgang auf Platz fünf. In den letzten Tagen hatte schon das Gerücht kursiert, Zorbach wolle Ämter niederlegen, falls er nicht mehr gewählt würde.
Sein plötzliches Ausscheiden erklärte Zorbach mit einem "wichtigen Grund" laut Gemeindeordnung: Er sei mehr als zehn Jahre im Gemeinderat. Zorbach war insgesamt 19 Jahre im Gremium. Zuerst von 1980 bis 1989. Als er für das Amt des Bürgermeister kandidierte, machte er bei der Wahl 1989 eine Pause, wurde aber 1994 prompt wieder mit einem guten Ergebnis in den Rat gewählt. Schon seine Niederlage bei der Bürgermeisterwahl 1989 hatte er nur schwer verkraftet.
Im Gemeinderat zählte Zorbach zu den führenden Denkern und Analytikern. Er verscherzte sich aber immer wieder Sympathien durch seine aufbrausende Art.
Bürgermeister Matthias Baumann akzeptierte Zorbachs Entscheidung und bedankte sich für die "jederzeit konstruktive Mitarbeit". In der Sitzung hatte Zorbach beim Thema Sporthalle intensiv eine neue Variante für den behindertengerechten Ausbau mit zwei Treppenliften vertreten und einen Kostenvergleich erbeten. Letztlich wurde sein Ansinnen, das der Bürgermeister diskutabel fand, ignoriert und der Vorschlag von Architekt Gut mit einem Treppenlift akzeptiert. Die SPD-Ortsvorsitzende Ursula Pfeiffer erfuhr Zorbachs Rücktritt vom SÜDKURIER und bedauerte diesen Abgang. Zorbach hatte zuvor schon Adriaan Seifert, seinen Stellvertreter im Ausschuss, für den nichtöffentlichen Teil zu bestellt. Für die restlichen sechs Wochen der Amtszeit muss Stefanie Pfalzgraf offiziell nachrücken.
Südkurier, 16.6.2004