SPD Schwarzwald-Baar

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Notfallversorgung birgt Diskussionsstoff

Veröffentlicht am 23.08.2005 in Presseecho

Blumberg (bih) Sind die Blumberger im Notfall gut versorgt? Diese Frage beschäftigte die Diskussionsrunde, zu der die SPD gestern in die Räume der Sozialstation eingeladen hatte. Darüber hinaus ging es um ambulante Dienste (dazu Bericht auf der Seite Blumberg/Geisingen).

Als prominente Teilnehmerin begrüßte die Ortsvereinsvorsitzende Ursula Pfeiffer, Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende, außerdem die Bundestagskandidatin und Kreisrätin Beate Schmidt-Kempe. Die Blumberger seien primär gut versorgt, nicht jedoch sekundär, machte Andreas Wetzel, Einsatzleiter beim DRK-Rettungsdienst, auf die Frage von Stadtrat Albrecht Guckeisen deutlich. Das Problem sei die Unterbringung von Patienten, da die Kliniken eine Auslastung von 95 bis 100 Prozent anstrebten und Betten für Notfälle Mangelware seien. Bei einem Unfall mit drei Schwerverletzten müsse mindestens einer weiter weg gebracht werden, etwa nach Freiburg, oder wie es schon der Fall gewesen sei, nach St. Gallen.

Außerdem seien durch Verlegungen von Patienten an unterschiedliche Klinik-Standorte die Rettungswagen (RTW) nicht immer verfügbar, wobei der Blumberger RTW nicht betroffen sei, erklärte Wetzel. Ein weiteres Fahrzeug für den Bereich Donaueschingen, Blumberg und Furtwangen würde Sinn machen. Wenn es zum Notfall komme, der Blumberger RTW im Einsatz sei und kein Reservefahrzeug zur Verfügung stehe, müsse der Betroffene warten. Er habe bei einer Nierenkolik bis mittags warten müssen, schilderte Albert Schnell, stellvertretender Vorsitzender des DRK.

Als Problem sehe sie den Zeitfaktor an, betonte Ärztin Dr. Jutta Holzke, die heftig kritisierte, dass kein Akut-Krankenhaus mehr zur Verfügung stehe. Im Zweifel müsse man herum telefonieren, wohin ein Patient gebracht werden könne. Kreisrat Rüdiger Schell sagte, mittlerweile sei es ein Akut-Krankenhaus auf drei Beinen: Donaueschingen, Villingen und Schwenningen. DRK-Kreisgeschäftsführer Karl-Heinz Schneider hob als positiv hervor, dass Blumberg ein Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) mit modernen Geräten samt EKG und gut ausgebildete Rettungssanitäter und -assistenten habe. Er stellte jedoch in Frage, ob es verantwortungsvoll sei, dass der Notarzt das Auto selbst fahre und keinen Assistenten bei Notfällen habe. Den Kassen sei ein zweiter Mann zu teuer, so Schneider. Außerdem würden die Hilfsfristen von der Rechtsaufsicht "bis zum geht nicht mehr" ausgedehnt. Die Fahrt zum Einsatzort darf nicht mehr als zehn, höchstens 15 Minuten dauern. In fünf Prozent der Einsätze kreisweit dürften sogar die 15 Minuten noch überschritten werden.

Schwarzwälder Bote, 23.8.2005

 

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