SPD Schwarzwald-Baar

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"Pflegestufen lassen keine Zwischentöne zu"

Veröffentlicht am 23.08.2005 in Presseecho

Blumberg (bih) Den Grundsatz "ambulant vor stationär" zu stärken sei ihr ein Anliegen, machte die SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis gestern beim Besuch in der Kirchlichen Sozialstation deutlich. In großer Runde diskutierte sie mit Fachleuten und Genossen das Thema Pflege. Ambulante Dienste und Angebote müssten verstärkt werden. Wie Geschäftsführerin Rita Franz erläuterte, versorgt die Sozialstation derzeit 134 Patienten, und die Pflegefälle nähmen zu. Sie kritisierte, dass Pflegegelder ohne Kontrolle ausgeschüttet werden. Nur viertel- oder halbjährlich komme die Sozialstation zur Kontrolle, und das mit Anmeldung. Sie halte Beratung und Begleitung als Kontrolle für sinnvoll, so Mattheis.

Es drängten immer mehr Frauen aus Osteuropa auf den Arbeitsmarkt, die häufig illegal beschäftigt würden, so Rita Franz. Über Touristenvisa kämen die Frauen für drei Monate ins Land und wechselten sich dann oft mit Familienangehörigen ab, erklärte Mattheis. Laut EU-Dienstleistungsrichtlinie dürften sie zu den Bedingungen ihres Heimatlandes eingestellt werden, was Dumping-Löhne bedeute. Das Land erhebe gegen diese Richtlinie Einspruch.

Auch nicht pflegerische Dienste kämen verstärkt, sagte Mattheis. Immer mehr Menschen bräuchten Hilfe bei alltäglichen Dingen. Dies biete die Sozialstation an, sagte Rita Franz, als Beispiel nannte sie Hilfestellung beim Duschen.

Sie sehe den demographischen Wandel als Chance, Lebensqualität in den Kommunen zu schaffen, betonte die Politikerin. Bund und Länder würden den Rahmen schaffen, die Organisation müsse vor Ort erfolgen.

Welche Kommune das von oben Verordnete noch zu leisten vermöge, fragte Stadtrat Albrecht Guckeisen. Laut Mattheis soll der finanzielle Rahmen ausgeweitet werden. Die Fragestellung müsse lauten: Was braucht ein Mensch, um an der Gesellschaft teilhaben zu können? Die Pflegestufen "lassen keine Zwischentöne zu". Demenz schlage sich zum Beispiel in keiner Stufe nieder. Dabei bedeute sie in der Regel eine Betreuung rund um die Uhr, erklärte Ärztin Dr. Jutta Holzke. Auch Nicht-Betroffene müssten stärker informiert werden, bekräftigte sie. Rita Franz betonte, dass die vor zwei Jahren gegründete Betreuungsgruppe für demente Menschen sehr gut angenommen werde.

Schwarzwälder Bote, 23.8.2005

 

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Derya Türk-Nachbaur

              

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