Blumberg (asti) Nach der Veröffentlichung des Rausschmisses des SPD-Fraktionssprechers Adriaan Seifert aus einer Fraktionsvorsitzendenrunde im Nachgang zur Bürgerversammlung in Sachen Wutachwehr in Achdorf, kam gestern etwas Licht ins Dunkel der Hintergründe.
Am 10. Oktober hatte Bürgermeister Matthias Baumann Adriaan Seifert aufgefordert, die Fraktionssprecherrunde zu verlassen, weil er, Baumann keine Grundlage zur vertrauensvollen Zusammenarbeit mehr sah (der Schwarzwälder Bote berichtete). Im Vorfeld der Informationsveranstaltung zur Wutach-Wehr in Achdorf war in der Fraktionssprecherrunde über eine gemeinsame Linie gesprochen worden. Dies bestätigte Bürgermeister Baumann gegenüber unserer Zeitung. Die Vereinbarung, die Beschlusslage des Gemeinderates zum Bau des Flusskraftwerkes zu vertreten, habe auch Adriaan Seifert mitgetragen. Dieser hätte in Achdorf jedoch die gemeinsame Linie mit seiner Wortmeldung verlassen, sagte Baumann.
Anders Adriaan Seifert. Der Bitte um diese gemeinsame Linie habe er nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass der Bürgermeister in Achdorf die Sachverhalte korrekt darstelle. Im anderen Falle müsse er sich zu Wort melden und genau dieser Fall sei eingetreten, sagt Seifert, der seine Äußerung in der Bürgerversammlung als sachlich und eher sogar im Sinne des gültigen Gemeinderatsbeschlusses zum Flusskraftwerk wertet.
Bürgermeister Baumann bestätigte gestern, er sehe keine Veranlassung, sich für sein Vorgehen zu entschuldigen. Das habe er Seifert auch in einem persönlichen Gespräch deutlich gemacht, dem SPD-Fraktionschef aber einen Neuanfang angeboten, den dieser jedoch abgelehnt habe. Seifert wiederum legt Wert auf eine Entschuldigung, weil er auf seiner Seite kein Fehlverhalten, wohl aber eine Missachtung seiner Persönlichkeit durch den Bürgermeister sieht. Beide gemeinsam betonen, sie möchten das Problem aus der Welt schaffen und zeigen sich gesprächsbereit. Seifert: "Es ist eine Sache des Umgangs miteinander." Baumann: "Adriaan Seifert wurde zu weiteren Fraktionssprecherrunden eingeladen und hat bis auf eine an allen teilgenommen. Für mich ist die Angelegenheit eigentlich schon längst abgehakt."
Schwarzwälder Bote, 13.12.2006