Gespräch von SPD-Politikern in der Sozialstation
Blumberg (blu) Die ambulante Pflege soll gestärkt werden. Das betonten mehrere SPD-Politikerinnen und Politiker gestern bei einem Gespräch in der Blumberger Sozialstation.
Gespräch von SPD-Politikern in der Sozialstation
Blumberg (blu) Die ambulante Pflege soll gestärkt werden. Das betonten mehrere SPD-Politikerinnen und Politiker gestern bei einem Gespräch in der Blumberger Sozialstation.
Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis unterstützte die SPD-Bundestagskandidatin Beate Schmidt-Kempe. Mattheis ist in Berlin Berichterstatterin im Bereich Pflege und Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes in Ulm/Alb-Donau. Mit dabei waren auch die SPD-Kreisräte Ursula Pfeiffer und Rüdiger Schell, die stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Gerald Weiss und Armin Frank, die Stadträte Albrecht Guckeisen, Jutta Holzke, Marcel Bouillon, Ex-Stadtrat Hermann Zeller und von der Sozialstation Geschäftsführerin Rita Franz und die stellvertretende Pflegedienstleiterin Stefanie Greitmann.
Für die SPD gelte der Grundsatz "ambulant vor stationär", sagte Hilde Mattheis. Die Frage sei, wie sie die Landkreise und Kommunalpolitiker sensibilisieren könnten. Das Beste sei, wenn die ambulante Pflege vor Ort geleistet werde. Albrecht Guckeisen bezweifelte, dass die Kreise mitziehen, da müsse Druck dahinter. Den Druck wollten sie durch eine bessere Ausstattung der Kreisfinanzen schaffen, sagte Mattheis.
Rita Franz stellte ihre Einrichtung kurz vor, die 1977 als katholische Sozialstation gegründet und 1977 eine ökumenische Einrichtung wurde mit der evangelischen und alt-katholischen Gemeinde als Mitträger. Die ambulante Pflege, so ihre Feststellung, sei noch nicht so im Bewusstsein der Bevölkerung.
Den Gästen gab sie eines mit: Sie halte es für einen großen Fehler, dass die Pflegegelder der Kassen weitgehend ohne genaue Kontrolle ausbezahlt würden. Es müssten mehr Kontrollen stattfinden. Als Hilde Mattheis einwarf, sie höre dagegen auch andere Stimmen, legte Franz nach. Hier gehe es um die illegale Beschäftigung von Frauen aus Osteuropa, die in der Regel von Angehörigen mit Pflegegeldern, also öffentlichen Steuermitteln, bezahlt würden. Ihr Verband, die Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz hätten deshalb einen offenen Brief an Ministerpräsident Günter Oettinger geschrieben. Allein in Baden-Württemberg seien bis zu 60000 Frauen aus Osteuropa in der Pflege tätig.
Hilde Mattheis entgegnete, mit einem Verbot alleine werde dieses Problem nicht gelöst. Die Kreise müssten dafür sorgen, dass es Alternativdienste gebe.
Noch viel zu wenig erkannt werde das Problem der Demenzkranken, lautete ein weiterer Tenor. Fachvorträge wie von der Sozialstation bereits angeboten, erreichten meist nur die Betroffenen.
Südkurier, 23.8.2005
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