Blumberg (lim) Den Schulterschluss über Parteigrenzen hinweg fordern Fritz Buschle (SPD, MdL) und Hans-Martin Haller, verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Landtag. Beide besichtigten den B 27-Abschnitt bei Zollhaus. Nach derzeitigen Planungen würde die B 27 frühestens 2015 ausgebaut werden.
Die politischen Wellen schlagen auf regionaler und kommunaler Ebene hoch, seitdem bekannt wurde, dass die Landesregierung die Umsetzung von Straßenbaumaßnahmen wie etwa der B 27, obwohl im Bundesverkehrswegeplan im vordringlichen Bedarf eingestuft, in einer eigenen Prioritätenliste zeitlich weit nach hinten verschoben hat. Danach wäre eine Ortsumfahrung Zollhaus und Randen frühestens 2015, wahrscheinlich gar erst nach 2025 möglich.
Eingeladen hatte zu dem Treffen der SPD-Ortsverein Blumberg. Mit Uschi Pfeiffer, Albrecht Guckeisen und Marcel Bouillon beleuchteten Gemeinderatsmitglieder die jahrzehntelange unendliche Geschichte der Politikerversprechen, den mit bis zu 11 000 Fahrzeugen stark befahrenen B 27-Abschnitt bei Zollhaus und Randen auf eine Ortsumfahrung zu legen. Es könne nicht hingenommen werden, dass die B 27-Abschnitte Donaueschingen-Wasserturm Hüfingen und die Ortsumfahrung Behla gleichermaßen zeitlich verschoben würden.
Albrecht Guckeisen, stellvertretender SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat, kritisierte, dass Politiker seit vier Jahrzehnten lediglich Versprechungen abgegeben hätten, ohne dass sich tatsächlich etwas bewegt habe. Der Gemeinderat habe sich bereits 1984 für eine geständerte Trassenführung durch das Untere Ried ausgesprochen und dies 1993 bekräftigt. Dass nun mit der Lindenbühl-Umfahrung eine weitere Variante ins Spiel gebracht wurde, könne nicht als Argument herhalten, dass der Bau einer Umfahrung zeitlich verschoben wird. Die Stadt habe eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Die Ortsumfahrung müsse als Gesamtpaket mit den Maßnahmen bei Donaueschingen/Hüfingen und Behla angesehen werden.
Hans-Martin Haller regte an zu überdenken, ob die auf Landesebene nicht freigegebenen Finanzmittel für eine Umweltverträglichkeitsstudie für die Lindenbühl-Variante in Höhe von 100 000 Euro notfalls durch den Landkreis übernommen werden könnten. Fritz Buschle stimmte diesem Gedanken zu und unterstrich den "politischen Vertrauensschutz" für Blumberg, aufgrund dessen die Stadt auf eine B 27-Ortsumfahrung müsse hoffen dürfen.
Mit einem den zukünftigen Verkehrsströmen angepassten B 27-Ausbau verknüpft Hans-Martin Haller letztlich die wirtschaftliche Zukunft der Region Blumberg. Schließlich bilde die Bundesstraße den Anschluss an die Schweiz, die derzeit Planungen zum weiteren N 4-Ausbau betreibe. Deutlich sei geworden, dass Kommunen entlang der B 27 nach dem Bau der A 81 in deren wirtschaftlichen Windschatten geraten seien.
Der SPD-Ortsverein plant, im kommenden September in einer Veranstaltung die politischen regionalen Kräfte zu sammeln. Dieses Treffen sei als zusätzlicher Einsatz zu der bereits von Guido Wolf (CDU, MdL) avisierten Südbaar-Konferenz in Donaueschingen am 17. September (wir berichteten) zu verstehen.
Schwarzwälder Bote, 9.8.2007