Die Jungsozialisten in der SPD diskutieren über die zukünftige Bildungspolitik im Land und in den Gemeinden
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Die Jungsozialisten in der SPD diskutieren über die zukünftige Bildungspolitik im Land und in den Gemeinden
Die Note für „soziale Gerechtigkeit“ in Deutschland ist eine 3-4. Unter den westlichen Industriestaaten, so zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, ist die Bundesrepublik gerade mal Durchschnitt. Nicht nur die skandinavischen Länder, sondern auch Frankreich, Großbritannien und Kanada schneiden hier besser ab. Grund dafür ist, dass Deutschland bei der ‚Vermeidung von Armut’ und beim ‚Zugang zu Bildung und Arbeit’ deutlichen Nachholbedarf hat. Das war der Ausgangspunkt für eine Diskussion über Bildung, zu der Daniel Künkel, Vorsitzender die Jungsozialisten, ins Villinger Jugendhaus eingeladen hatte. Neben Jugendlichen hatten auch Kommunalpolitiker der SPD den Weg ins Jugendhaus gefunden.
Daniel Künkel und der stellvertretende Juso-Landesvorsitzender Fabian Rothfuss übernahmen die Einführung. Hauptziel sozialdemokratischer Bildungspolitik müsse es sein, dass nicht mehr die soziale Herkunft über den Schulerfolg entscheide. Für Fabian Rothfuß ist die Fünfteilung der Sekundarstufe I – also der Klassen 5 bis 10 - ein Unding. Die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in Förderschule, Hauptschule, Werkrealschule, Realschule und Gymnasium führe dazu, dass nur noch ein Drittel der Städte und Gemeinden im Land eine weiterführende Schule am Ort behalten werden. Für die Jusos ist – wie in den anderen europäischen Ländern – der umgekehrte Weg richtig: Nicht Aufteilen eines Jahrgangs, sondern möglichst viele eines Jahrgangs in einer integrativen Schule gemeinsam lernen lassen, dies müsse das Ziel sein! Bei individueller Förderung, kleineren Klassen und gut ausgebildeten Lehrern müsse allen Schülern der Realschulabschluss ermöglicht werden. Bei einem solchen Weg könne auch ‚die Schule im Dorf’ bleiben. Die Mehrzahl der Gemeinden im Land hätte dann weiterhin eine weiterführende Schule am Ort. Bei entsprechender Leistung stehe danach den Schülern der Weg zum Abitur offen.
Dass das heute keineswegs selbstverständlich ist, darüber konnte Daniel Künkel aus eigener Erfahrung berichten. Nach dem Realschulabschluss in Villingen wechselte er auf das Technische Gymnasium. Er wird das Abitur nach neun Jahren ablegen und nicht nach acht Jahren, wie am allgemeinbildenden Gymnasium. Allerdings konnten Tausende von Realschülern in Baden-Württemberg im letzten Schuljahr diesen Weg nicht gehen. Sie hatten die ‚richtigen’ Noten für einen Übertritt ins berufliche Gymnasium, wohnten aber am ‚falschen’ Ort: Viele Berufliche Gymnasien mussten Schüler abweisen, weil sie nicht über genügend Klassen und Lehrer verfügten.
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