Blumberg (lim) In einer Klausurtagung soll der Gemeinderat die künftigen Eckpfeiler der touristischen Maßnahmen festklopfen. Dies beschloss gestern der Ausschuss für Tourismus, Kultur und Städtepartnerschaft.
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Blumberg (lim) In einer Klausurtagung soll der Gemeinderat die künftigen Eckpfeiler der touristischen Maßnahmen festklopfen. Dies beschloss gestern der Ausschuss für Tourismus, Kultur und Städtepartnerschaft.
Die Klausurtagung wird von dem Fachbüro EuroPlan in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung vorbereitet. Bürgermeister Baumann rechnet nicht vor der Sommerpause mit einem Tagungstermin.
Deutlich wurde in den Ausführungen von Gerhard Hepp, Mitarbeiter von EuroPlan, das mit Blumberg in den ersten beiden Konzeptstufen seit September 2003 zusammenarbeitet, dass die Stadt touristisch gesehen viele Chancen und Möglichkeiten hat. Als gesichert sieht Hepp, dass Blumberg nicht nur touristisch "nachzurüsten" habe, sondern neu investieren müsse: nichts zu tun bedeute 2010 den "klinischen Tod", nachzurüsten diesen Todeskampf um zehn Jahre zu strecken. Demographische Erkenntnisse bescheinigen der Stadt einen Bevölkerungs- und Kaufkraftrückgang bis 2017 um 400 Einwohner. Dieser könne durch mehr wirtschaftliche Betriebe oder eben durch vermehrte Dienstleistungsangebote, sprich über vermehrte touristische Aktivität, aufgefangen werden. Blumberg liege mit dem Dienstleistungsanteil von acht Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt.
Hepp sieht touristische Leuchttürme in der Museumsbahn, die es zu optimieren gelte, im Dorftourismus, wo das Profil noch mehr geschärft werden müsse, sowie im Innenmarketing (Motto "Blumberg blüht") und Innovationsprojekten, etwa die Schaffung eines Thementals. Vorrangige Projekte seien die Schaffung eines Marktes am Bahnhof Zollhaus sowie die Förderung der Wohnmobilstandorte. In einer Zukunftswerkstatt gelte es, mindestens einmal jährlich über Projekte und Maßnahmen nachzudenken.
Die vergangenen Investitionen, etwa in die Nordic Walking-Arena, haben sich mit Blick auf gehaltene Gästezahlen gelohnt, bescheinigte Hepp auf Anfrage von Norbert Szymanski (CDU). Derzeit weist Blumberg jährlich offiziell 36 000 Übernachtungen auf, Hepp schätzt reale 60 000. Mit den 250 000 Tagestouristen erwirtschafte Blumberg jährlich rund 14 Millionen Euro in diesem Bereich. Dies entspreche der Kaufkraft von 170 Einwohnern und schaffe rund 180 Arbeitsplätze. Zahlen die sich gut anhörten, jedoch für ein Überleben am Tourismusmarkt zu wenig seien.
Der FDP-Forderung, die Gründung einer Tourismus-GmbH zu überdenken, erteilt die SPD-Fraktion eine Absage. Sinnvoller sei es, so Marcel Bouillon, das städtische Personal den Erfordernissen anzupassen. Die Fraktion vermisse in dem FDP-Antrag den Roten Faden. Bouillon schlug vor, der Rat solle mit einer Entscheidung bis nach der Sommerpause zuwarten. Dann wolle die SPD-Fraktion ihr Marketing-Konzept vorlegen.
Die SPD drang mit ihrer Forderung nicht durch. Die Verwaltung wird, so der Ausschussbeschluss, zeitnah ein Akquisitionspapier erarbeiten, mit dem nach potentiellen GmbH-Partnern gesucht werden soll. Zudem sollen in einer Klausurtagung Eckpfeiler des künftigen touristischen Handelns der Stadt eingeschlagen werden.
Schwarzwälder Bote, 27.4.2007
Homepage SPD Blumberg
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