Blumberg/Donaueschingen (lim) Der dreistreifige Ausbau der B 27 muss kommen – und zwar so früh wie möglich auch für die Region Blumberg. Die Teilnehmer der Südbaar-Konferenz positionierten sich gestern in dieser Frage. Guido Wolf (CDU, MdL) hatte die Veranstaltung im Donaueschinger Rathaus initiiert.
Politiker machen ihren Standpunkt deutlich
Als eine in erster Linie Positionsbestimmung stufte der Tuttlinger Landrat das Treffen im Vorfeld ein, zu dem nicht nur Bürgermeister und Ortsvorsteher der Anliegerkommunen eingeladen worden waren: auch Industrie- und Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, Landrat Karl Heim sowie Fritz Buschle (SPD, MdL) hatten zugesagt.
Für Blumberg sprachen Bürgermeister Matthias Baumann und Kreistags- und Gemeinderatsmitglied Stefan Scherer (CDU) über die Bedeutung eines dreistreifigen Ausbaus der B 27 auch für die hiesige Region. Zudem waren Uschi Pfeiffer und Marcel Bouillon (beide SPD) sowie Thomas Pfeiffer (CDU) als Vertreter des Gemeinderats gekommen.
Vier-Punkte-Erklärung an die Landesregierung
Die Konferenzteilnehmer unterzeichneten eine Vier-Punkte-Erklärung an die Landesregierung. Im Kern dieser Erklärung wird auf die Bedeutung der B 27 als Nord-Süd- Achse hingewiesen. Es wird darauf gedrängt, den Ausbau von Donaueschingen-Mitte über Hüfingen und Blumberg-Zollhaus und den Randen bis an die Schweizer Grenze entsprechend der Festlegung im Bundesverkehrswegeplan voranzutreiben.
Hans-Joachim Bumann, Leitender Baudirektor des Regierungspräsidiums Freiburg, verwies darauf, dass die beiden Blumberger Maßnahmen aller Wahrscheinlichkeit nach frühestens 2015 in den Landeshaushalt zur Finanzierung eingestellt werden. Bislang seien hierfür keinerlei Aktivitäten geplant. Stefan Scherer verwies darauf, dass die Schweiz mit dem N 4-Ausbau nicht auf Deutschland warten werde.
Die Überholspur sei schon jetzt möglich
Das Zaudern des Bundes bei der B 27 habe nicht nur negative Auswirkungen auf die demographische Entwicklung der Region. Auch die wirtschaftliche Entwicklung leide. Er plädierte dafür, endlich die auf 100 000 Euro veranschlagte Umweltverträglichkeitsstudie für die Lindenbühl-Umfahrung freizumachen.
Außerdem könnten an bis zu vier B 27-Abschnitten zwischen Hüfingen und Blumberg problemlos dreistreifige Überholungsmöglichkeiten bereits jetzt eingebaut werden. Blumbergs Bürgermeister Matthias Baumann merkte an, dass durch die Lindenbühl-Trasse drei Verkehrsadern zu einer vereinigt werden könnten und die Stadt dadurch planerischen Spielraum für die Weiterentwicklung der Wutachtalbahn erhielte.
Seit 60 Jahren werde Blumberg hingehalten
Seit 60 Jahren werde der Stadt der Einstieg in entsprechende Planungen versprochen. Deutlich wurde, dass alle Städte und die Vertreter der Interessensverbände für ein gemeinsames Auftreten bei der Umsetzung der Planung stehen – streng nach den bereits vorgegeben Festlegungen im Bundesverkehrswegeplan: zunächst der Abschnitt Donaueschingen-Mitte – Hüfinger Wasserturm, dann die Ortsumfahrung Behla und schließlich die Ortsumfahrungen Zollhaus und Randen.
Fritz Buschle (SPD) möchte eine Anfrage im Landtag stellen, um zu klären, warum überhaupt eine Prioritätenliste herausgegeben wurde, die nicht deckungsgleich mit dem Verkehrswegplan sei. Das Innenministerium betonte bereits in einem Schreiben, dass die B 27-Maßnahme bei Donaueschingen schnell realisiert werden soll.
Schwarzwälder Bote, 18.9.2007