Blumberg (blu) Die Experten waren beim gestrigen Nahverkehrsgespräch der SPD-Fraktion im TuS-Clubheim in der Überzahl: Rolf Schwenk aus Hondingen, Andreas Metzger von der Nahverkehrsabteilung im Landratsamt und der SPD-Landtagsabgeordnete Fritz Buschle.
Unter ihnen saßen die beiden SPD-Stadträte Adriaan Seifert und Marcel Bouillon. Umso intensiver war der Austausch. Ob künftig alle Fahrschüler im Raum Blumberg mit Bussen zum Unterricht kommen können, hängt angesichts der drastischen Kürzungen von intelligenten Lösungen ab, machte Andreas Metzger deutlich.
Schülerbusse sind beim öffentlichen Nahverkehr im Ländlichen Raum das "Rückgrat", so Metzger. Wenn Zuschüsse gekürzt werden, wird der Fahrpreis (Tarif) erhöht, und das treffe letztlich die Familien. Und es sind nicht nur die Kürzungen der Regionalisierungsmittel, die das Land von 2006 bis 2010 mit 280 Millionen Euro treffen, die hier zu Buche schlagen. Verheerend nannte Rolf Schwenk die Kürzung der Ausgleichszahlungen für den Schülerverkehr: 2004 um vier Prozent, 2005 um acht Prozent gekürzt; seit 2006 sind es jährlich sogar zwölf Prozent. Für die Busunternehmer im Schwarzwald-Baar-Kreis mache dies 2006 insgesamt 480000 Euro aus, sagte Andreas Metzger. Der Kreishaushalt wurde daurch mehr belastet wenngleich der Kreis bei weitem nicht alles auffangen könne. Hohe Kosten im Schülerverkehr verursache hauptsächlich die Spitze zum Schulbeginn. Viele Busse stünden nach 8 Uhr am vormittag dann bis gegen 13 Uhr herum. Entzerren könnte man dies, wenn der Unterricht für mehr Klassen in der 2. Stunde beginnen würde.
Den Ringzug sieht Fritz Buschle wegen des Vertrags bis 2013 gesichert. Andreas Metzger sagte, dass die Fahrgastzahlen gezählt werden und es auch möglich sei, dass innerhalb einerRoute bestimmte Abschnitt stärker und andere weniger befahren würden. Schon jetzt würden im Aitrachtal viele Ringzüge in Leipferrdingen enden und nicht bis Blumberg fahren.
Südkurier, 21.10.2006