SPD Schwarzwald-Baar

Wir im Quellenland

"Einen Scherbenhaufen hinterlassen"

Veröffentlicht am 01.03.2004 in Presseecho

Zoff um Redlings Kandidatur schlägt in Konferenz der SPD-Kreisdelegierten Wellen
Schwere Geschütze haben einzelne Genossen in der Delegiertenkonferenz des SPD-Kreisverbandes Schwarzwald-Baar in Furtwangen aufgefahren: Der Vorsitzenden Beate Schmidt-Kempe wurde vorgeworfen, Porzellan zerschlagen und ein Scherbenhaufen hinterlassen zu haben. Bei der Wahl wurde die Vorsitzende aber mit einer Zweidrittel-Mehrheit bestätigt.

Schwarzwald-Baar (lim) Die SPD-Kreisvorsitzende Beate Schmidt-Kempe aus Königsfeld ist in der Kreisdelegierten-Konferenz in Furtwangen in ihrem Amt bestätigt worden. Allerdings nur mit einer Zweidrittel-Mehrheit von 33 Stimmen, 13 Delegierte stimmten gegen sie, drei enthielten sich. Der Streit um die Kreistagskandidatur des Möchweiler Mitglieds Julius Redling auf der Liste von Villingen-Schwenningen ist noch einmal aufgeflammt. Der Ärger wurde auch bei der Entlastung des Vorstands deutlich: Sechs Mitglieder stimmten dagegen.

Im Rechenschaftsbericht hatte Beate-Schmidt-Kempe diesen öffentlich ausgetragenen Disput nicht erwähnt. "Ich kann die Freude nicht teilen", meinte Karl-Heinz Schaaf aus Bräunlingen zum positiven Fazit der Vorsitzenden. Er habe sich unendlich geärgert und viel deutlicher wurde noch Bernd-Rüdiger Schenkel aus Villingen-Schwenningen: "Für mich hast du hier einen Scherbenhaufen hinterlassen", sagte er zur Vorsitzenden. Beate Schmidt-Kempe habe gesagt, dass sie die Kandidatur von Julius Redling nicht akzeptieren werde. "Ich weiß, ihr zwei mögt euch nicht", fuhr er fort. Die Vorsitzende habe hier einen persönlichen Streit auf dem Rücken der SPD ausgetragen. "Es wurde Porzellan zerschlagen, das nicht mehr zu kitten ist". Er könne die Vorsitzende weder bestätigen noch den Vorstand entlasten, so der Genosse aus der Doppelstadt.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Gerald Weiss aus Villingen-Schwenningen war im Streit um die Kandidatur Redlings damals vorgeprescht: "Das hat nichts mit dem Kreisvorstand zu tun", hielt er dagegen. Die Vorsitzende Beate Schmidt-Kempe wies die Vorwürfe pauschal zurück, sie habe der Presse gegenüber nie Statements abgegeben und verkneife sich das auch jetzt. Ein Antrag auf ein Ende der Diskussion aus den Reihen der Delegierten beendete diese Debatte im Punkt der Aussprache zu den Rechenschaftsberichten.

Im Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre sprach die Vorsitzende von einem teilweise holperigen Weg und von parteiinternen Auseinandersetzungen wegen der Zukunft des Furtwanger Krankenhauses. Der Kreisverband sei sehr aktiv gewesen, habe viel geleistet und einiges erreicht. Die auf 35 Mitglieder angewachsene Juso-Gruppe mache Mut. Es gebe aber noch viel zu tun, dabei nannte sie nicht nur die Schaffung einer repräsentativen Geschäftsstelle: "Ich möchte den Kreisverband Schwarzwald-Baar zu einem der stärksten im Land machen, um dort noch mehr Gewicht zu haben", konkretisierte sie das große Ziel. Wichtig sei ihr die Beziehungspflege zu den Ortsvereinen.

Bei den Wahlen haben die Delegierten den stellvertretenden Vorsitzenden Gerald Weiss mit 35 Stimmen bestätigt, ebenso Walter Pätzold aus Mönchweiler.

Ursula Pfeiffer aus Blumberg gab ihren Stellvertreterposten an Armin Frank aus Mönchweiler ab, der 47 von 49 Stimmen bekam. Detlef Seidler aus Niedereschach übernahm das Amt des Kassierers von Renate Eberhardt und Marcel Boullion aus Blumberg den Schriftführerposten von Rainer Bombardi.

Das neue Amt des Pressereferenten übernahm Edgar Schurr aus Villingen-Schwenningen.

Bei den Beisitzern blieb nur Sabine Roth aus Mönchweiler im Amt, neu gewählt wurden Patrick Buttler (Hüfingen), Matthias Kreutzer (Niedereschach), Rolf Mauscherning (Triberg), Kurt Schick (Bad Dürrheim) und Barbara Bahsitta (St. Georgen).

Schwarzwälder Bote, 1.3.2004

 

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Derya Türk-Nachbaur

              

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