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Fraktionäre und Kandidaten der SPD im Gespräch mit dem Südkurier
Welche Ideen haben die Parteien und Gruppierungen für die Entwicklung der Kernstadt und für den Tourismus?
Blumberg – SPD-Fraktionssprecher Adriaan Seifert wies bei der Frage nach Entwicklungsideen für die Kernstadt zunächst auf erzielte Erfolge hin: das Jugendhaus und den Stadtjugendpfleger, wobei die SPD beharrlich nachgehakt habe. Ferner die Ansiedlung der Discounter auf dem Lauffenmühle-Areal. Und nach dem Abriss der zweiten Lauffenmühle-Halle „haben wir dort ungeahnte Möglichkeiten.“ Im Eingangsbereich der Stadt sei die Erweiterung der Firma Straub sehr werbewirksam. Lob gab es für die Gestaltung des Rondells am Kreisel und die Bepflanzungen an der Stadteinfahrt durch die Stadtgärtner. Trotzdem stünden in der Kernstadt zu viele Geschäfte leer.
Stadträtin Ursula Pfeiffer betonte, dass die Idee der Stadtsanierung auch war, dass Bürger ihre Häuser sanieren, was wenig genutzt wurde. In der Kernstadt sei in den letzten zwei Jahren kein einziger Bauplatz verkauft worden, deshalb konzentriere man sich auf den Ausbau der Schulen. Adriaan Seifert wies darauf hin, dass Kultusminister Rau kürzlich auf seine Anfrage erklärt hatte, bei kleinen Grundschulen wie in Fützen sei auch eine Schulleitung durch eine andere Schule denkbar. Derzeit habe die Stadt das Glück des Konjunkturprogramms II, das die frühere Sanierung der Grundschule Riedböhringen ermögliche.Weiß die SPD ein Projekt, hinter dem die Bevölkerung der Kernstadt stehen könnte wie anfangs bei dem als „Haus der Musik und Kultur“ angedachten Haus Lehmann in der Vogtgasse? Hermann Zorbach äußerte, die Blumberg Musikschule, die im Haus Lehmann unterkommen sollte, habe trotz des Abrisses eine Entwicklung genommen, die sich nie hätte jemand träumen lassen. Die neuen Fachmärkte wiederum seien Luftlinie nur circa 300 bis 400 Meter Luftlinie von der ehemaligen Rosenapotheke an der Ecke Hauptstraße/Espenstraße entfernt. Hermann Zorbach betonte dabei auch: „Es war richtig, Lidl am jetzigen Standort anzusiedeln“, statt neben der Stadteinfahrt: „Sonst wäre es nicht zum Abriss der Lauffenmühle gekommen.“
Beim SPD-Thema Kreisel an der Stadteinfahrt plädierte Adriaan Seifert weiter für einen Rechtsabbieger. Hermann Zorbach betonte, der Kreisel in Schwenningen Richtung habe auch einen Rechtsabbieger Richtung Innenstadt. .
Die Ärzteversorgung in Blumberg sei noch relativ gut, bemerkte Ursula Pfeiffer. Kandidat Zorbach, der viel Fuß unterwegs ist, war erschrocken, wie viele Gullys in der Stadt abgesackt sind. Eine ideale Chance für Stadtentwicklung sieht Stadtrat Seifert im Areal Schlenk an der Hauptstraße. Beim Friedhof müsse man über die Gräber- und Gebührenordnung nachdenken und neue, zeitgemäße Bestattungsarten wie anonyme Grabfelder zulassen. Man könnte die Kosten leicht senken, wenn man die großen Lücken zwischen den einzelnen Gräbern ausfülle, so Seifert. Diese Flächen würden derzeit nicht von Privatpersonen gepflegt, das müsse die Stadtgärtnerei tun.
Diskutiert werden könnte nach Ansicht von Hermann Zorbach auch, welche Möglichkeiten es für die Anlage eines Solarfeldes gäbe, um damit zum Beispiel das Panoramabad zu beheizen. Zorbach könnte sich dafür die ehemalige Müllkippe östlich des Freibads vorstellen. Die Eichbergsporthalle mit dem nach Süden geneigten Pultdach wäre der ideale Platz für Solar gewesen, sagte Zorbach, ebenso das Süddach der Scheffelschule. Ursula Pfeiffer ergänzte: „Es fehlt die Beratung“.
Beim Tourismus will die SPD, dass Profis ans Werk gehen. „Das kann man nicht mit Angestellten machen“, erklärte Adriaan Seifert. Die Museumsbahn sei nicht das ein und alles. „Wir brauchen mehrere Standbeine“, eines davon sei nun der Schluchtensteig. Ursula Pfeiffer erklärte: Sie sei jetzt 15 Jahre im Gemeinderat. Schon unter Bürgermeister Clemens Stahl hätten sie Klausurtagungen gehabt. Die Ideen seien da, von einem See im Oberen Ried mit Inliner-Runde und Minigolf bis zum Ausbau des Wohnmobilplatzes. Sie will einen Ausbau in kleinen Schritten und ist sicher, was ihr gefällt, gefällt auch den Gästen: das Freibad oder die Natur mit dem Wald. „Kein zweites Titisee“ formulierte Adriaan Seifert. Hermann Zorbach will das Zugrestaurant, das am falschen Standort stehe, vor der Dampflok beim Kreisel auf ein tiefer gelegtes Gleis stellen mit Tischen, Bänken und einem Biergarten. Ideal für einen Biergarten sei auch das Gelände zwischen der Sparkasse und dem Haus Raff. Um Entwicklungsfläche zu erhalten, müsse man den Kreisel an der B 27 circa zehn Meter nach Norden verlegen.
Südkurier, 23.5.2009
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