Blumberg (asti) Was der Schwarzwälder Bote bereits am Samstag berichtete, fand gestern Abend eine offizielle Bestätigung. In der kommenden Legislaturperiode wird Adriaan Seifert Sprecher der SPD-Fraktion. Albrecht Guckeisen (66) erklärte gestern Abend, er habe auf eine erneute Kandidatur auf dieses Amt verzichtet.
Die Verzichtserklärung erleichterte den derzeitigen Mandatsträgern Uschi Pfeiffer, Adriaan Seifert, Marcel Bouillon und Dr. Jutta Holzke den Schritt zum Neuanfang. Als Chance auf einen solchen verstehe er nun auch diese Situation, erklärte Adriaan Seifert gestern Abend im Rahmen eines Pressegesprächs. Guckeisen sei für ihn im positiven Sinne ein typischer "alter" Genosse, der aus der Arbeiterschaft komme. Diese Stammwählerschaft sei aber rar geworden und die SPD müsse sich dem gesellschaftlichen Wandel stellen.
Zuvor hatte Guckeisen die Notwendigkeit einer Verjüngung an der Fraktionsspitze betont und seine Entscheidung als Ergebnis schon länger reifender Überlegungen bezeichnet. Die kommende Ratsperiode sei ohnehin seine letzte, weshalb zuvor die personellen Konsequenzen zu überlegen gewesen seien.
Dass der Abgang aufgrund des Wahlergebnisses etwas beschleunigt wurde, ließ Guckeisen beim Bedauern darüber durchblicken, dass er sich eigentlich eine einjährige Übergangsfrist gewünscht hätte. Er scheide nach 24 Jahren zwar mit etwas Wehmut, jedoch mit Stolz über das Erreichte aus dem Amt, aber auch mit Erleichterung und vor allem ohne Groll, betonte der Noch-Fraktionssprecher und sicherte seinem Nachfolger jegliche Unterstützung zu. Im neuen Gemeinderat werde er sich dort voll einsetzen, wo er gebraucht werde.
Adriaan Seifert sagte, er habe nach der Verzichtserklärung in einer dem Pressegespräch vorangegangenen Fraktionssitzung für das Amt kandidiert und er sei einstimmig gewählt worden.
Uschi Pfeiffer, die bei der Kommunalwahl die höchste Stimmenzahl auf der SPD-Liste aufwies, hatte nach eigener Aussage nicht auf den Fraktionsvorsitz kandidiert. Mit Rats- und Kreistagsmandat, dem Ortsverbandsvorsitz und Ämtern in verschiedenen Vereinen sei sie ohnehin genug belastet. Es sei sicherlich besser für den Ortsverband und die Fraktion, wenn die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt würden.
Schwarzwälder Bote, 23.6.2004